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Jetzt anmelden! DVPB-Herbsttagung 2026

„Soziale Ungleichheit(en) in der Demokratie und der politischen Bildung“ Das Programm der DVPB-Herbsttagung 2026 steht und die Anmeldung ist eröffnet. Bis 12. Oktober 2026 ist die Anmeldung möglich. Eine Tagungsgebühr fällt nicht an. Auf der diesjährigen Herbsttagung der DVPB vom 19. bis 21. November 2026 soll die Thematik der sozialen …

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„Soziale Ungleichheit(en) in der Demokratie und der politischen Bildung“

Auf der diesjährigen Herbsttagung der DVPB vom 19. bis 21. November 2026 soll die Thematik der sozialen Ungleichheit mit ihren Auswirkungen auf die Demokratie und politische Bildung diskutiert werden. Dabei geht es u.a. darum, danach zu fragen, inwiefern das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht nur von Ungleichheit geprägt, sondern auch auf sie angewiesen ist, d.h. ob Ungleichheit ein „Nebeneffekt“ oder eine funktionale Notwendigkeit ist oder noch weitere Funktionen erfüllt.

Politische Bildung erreicht oft genau diejenigen nicht, die am stärksten von Ungleichheit betroffen sind und verstärkt so
bestehende Asymmetrien: Wer viel politische Bildung erfährt, nimmt auch Angebote der politischen Bildung wahr. Wer lange im
Schulsystem verweilt und Abitur macht, erhält in der Regel viel mehr politische Bildung als Personen, die die Oberstufe nicht
besuchen.

Programm

Ungleichheit beeinflusst zudem den Zugang zu politischer Bildung. In der außerschulischen politischen Bildung im Speziellen und der Jugendarbeit im Allgemeinen gibt es oft höhere Zugangshürden, als es das Selbstverständnis der Akteur:innen und der Institutionen vermuten lässt. Auch hier regelt die ungleiche Verteilung an Ressourcen den Zugang (zumindest mit). Verschiedene Ansätze der politischen Bildung versuchen dies zu berücksichtigen und Angebote für bestimmte Zielgruppen anzubieten, die Zielgruppen aufzusuchen oder mit Methoden und Konzepten zu arbeiten, die bestimmte Zielgruppen in ihrem Politikbegriff zu erreichen versuchen. Auch diese sollen Thema der Tagung werden.

Programm der Tagung hier als PDF herunterladen

Anmeldung

Anmeldung bis zum 12. Oktober 2026 unter: https://www.uni-siegen.de/2026/dvpb-herbsttagung-2026/anmeldung

Wichtige Informationen

Es existiert ein Hotelzimmerkontingent im Amedia-Hotel Siegen (bis 29.09.2026, Stichwort: „DVPB Herbsttagung“). Weitere tagungsnahe Unterkünfte:

  • Holiday Inn
  • ADAPT Apartment Hotel
  • Concorde Hotel

Wir bitten um Selbstbuchung der Unterkünfte durch alle Teilnehmenden. Die Kosten werden für Vortragende erstattet, bei Teilnehmenden ohne eigenen Beitrag müssen die Kosten selbst getragen werden. Dies gilt auch für Reisekosten. Für die Teilnahme an der Tagung fallen keine Gebühren an.

In der Anmeldung inbegriffen ist für alle Teilnehmenden die Möglichkeit der Teilnahme an einer Stadtführung und dem Buffet am ersten
Tagungsabend. Die Kosten für eine Teilnahme am Restaurantbesuch am zweiten Tagungsabend müssen selbst getragen werden.

Kontakt: kontakt@dvpb.de

Aktuelles, Angebote, Herbsttagung

Stellungnahme zum Gesamtkonzept für die Politische Bildung in Sachsen

Ordner auf dem zwei Stifte liegen. Daneben ein Glas.

Ende April 2026 beschloss die Sächsische Staatsregierung die Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen zur Staatsmodernisierung mit dem Ziel höherer Verwaltungseffizienz u. a. durch Bündelung von Aufgaben und strukturelle Veränderungen. Eine der Maßnahmen ist die Erstellung eines (bislang fehlenden, aber bereits im Koalitionsvertrag verankerten) Gesamtkonzepts für die Politische Bildung unter gemeinsamer …

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Ende April 2026 beschloss die Sächsische Staatsregierung die Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen zur Staatsmodernisierung mit dem Ziel höherer Verwaltungseffizienz u. a. durch Bündelung von Aufgaben und strukturelle Veränderungen. Eine der Maßnahmen ist die Erstellung eines (bislang fehlenden, aber bereits im Koalitionsvertrag verankerten) Gesamtkonzepts für die Politische Bildung unter gemeinsamer Federführung von Kultus- und Sozialministerium als für alle Ressorts verbindliche Strategie. Es handelt sich dabei also um ein primär inter- und intraministerielles Orientierungspapier.

Da zivilgesellschaftliche Institutionen Politischer Bildung wichtige Akteure im Rahmen der sächsischen Trägerlandschaft darstellen, wurden diese im Rahmen einer Veranstaltung am 22. Juni 2026 in der Landeszentrale für politische Bildung in Dresden über den aktuellen Arbeitsstand informiert und um Positionierung, Kritik und Anregungen gebeten, die in das noch in der Entstehung befindliche Konzept einfließen könnten. Wir, der Landesverband Sachsen der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung e. V. (DVPB), haben daraufhin unseren Mitgliedern Gelegenheit zur Beteiligung gegeben und möchten wie folgt Position beziehen.

Als grundsätzlich irritierend betrachtet der sächsische Landesverband des DVPB zunächst, dass der verschriftlichte Arbeitsstand des „Gesamtkonzepts für die politische Bildung“ nicht öffentlich ist. Eine Beteiligung ist somit lediglich anhand der gestellten Leitfragen, jedoch nicht zu Ausrichtung, Duktus und Inhalt des Gesamtkonzepts möglich. Dies schränkt die Beteiligungsmöglichkeiten erheblich ein und widerspricht unseres Erachtens einer tatsächlichen Partizipation. Denn das Gesamtkonzept entfaltet letztlich Verbindlichkeit für Förderprogramme und -entscheidungen, die für die zivilgesellschaftlichen Institutionen – wie auch für Schulen – relevant und existenziell sind.

  1. Welche Rahmenbedingungen müsste der Freistaat Sachsen schaffen, um die Arbeit der politischen Bildung wirksamer zu machen?

    Die Präambel der sächsischen Verfassung spricht vom „Willen […], der Gerechtigkeit, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung zu dienen“. Artikel 1 formuliert: „Der Freistaat Sachsen ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Er ist ein demokratischer, dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Kultur verpflichteter sozialer Rechtsstaat.“

    Der Freistaat Sachsen sollte daher Politische Bildung als ressortübergreifende Daueraufgabe absichern. Politische Bildung wirkt besonders dort, wo sie kontinuierlich, beziehungsorientiert und sozialräumlich verankert ist: in Schulen, Jugendhilfe, Vereinen, Kommunen, Betrieben, Familienzentren und digitalen Räumen.

    Aus Sicht des DVPB wäre eine landesweite Koordinierungs- und Transferstruktur, die schulische und außerschulische Träger und Aktivitäten, Jugendhilfe, Wissenschaft und Landesinstitutionen zusammenbringt, ohne die Unabhängigkeit der Träger einzuschränken, wichtig. Denn Politische Bildung braucht verlässliche Strukturen. Notwendig sind langfristige Finanzierung und weniger bürokratische Hürden bei den Förderprogrammen.

    Gleichzeitig muss digitale Kompetenz als Kern politischer Bildung verstanden werden. Wer heute Demokratie stärken will, muss Menschen befähigen, sich sicher, reflektiert und wirksam in digitalen Öffentlichkeiten zu bewegen. Und die Träger Politischer Bildung müssen aktiv und wirksam digitale Räume nutzen. Dafür braucht es Fortbildungen und den systematischen Aufbau digitaler Kommunikationskompetenz bei Trägern und Fachkräften.

    Da sich in Sachsen immer mehr Träger politischer Bildung Anfeindungen und Bedrohungen durch die extreme Rechte ausgesetzt sehen, braucht es ebenso Schutzmechanismen und eine Rückenstärkung durch staatliche Institutionen. Versuche, Vereinen die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, weil sich diese kritisch mit Rechtsextremismus befassen, müssen eingedämmt werden. Ebenso muss der Schutz politisch aktiver Bildner*innen verstärkt werden.

    Außerdem sollte Sachsen Qualitätsentwicklung in der politischen Bildung fördern: gemeinsame Standards, RFCDC
    Anschlussfähigkeit, Wirkungsmessung, Materialentwicklung, Barrierearmut, Mehrsprachigkeit und besondere Förderung von Bildungsangeboten im ländlichen Raum.

    Des Weiteren wären wichtig:
    – die Förderung des Austauschs und ein sinnvolles (wirkungsvolles) Zusammenwirken von außerschulischer und schulischer Politischer Bildung,
    – die strategische Verankerung der Pluralität der Trägerlandschaft im Konzept sowie der Kompetenzerhalt in einer pluralen Trägerlandschaft und
    – die Förderung einer kritischen Erinnerungskultur.
    Und nicht zu vergessen: Ohne ein positives Bild von „Politik“ (auch auf kommunaler Ebene!) ist „Politische Bildung“ häufig zum Scheitern verurteilt.

  2. Welche Leerstellen gibt es im gesamten Feld der politischen Bildung in Sachsen?

    Eine zentrale Leerstelle bildet aus Sicht des DVPB die Politische Bildung in digitalen Räumen. Während gesellschaftliche Debatten zunehmend auf Plattformen, in Messengergruppen und KI-Anwendungen stattfinden, orientieren sich viele Angebote noch an klassischen Präsenzformaten. Es fehlt eine sächsische Strategie für digitale Ansprache und Beteiligung sowie eine zeitgemäße digitale Didaktik. Ebenso sollten Fachkräfte stärker darin unterstützt werden, digitale Werkzeuge souverän und demokratiestärkend einzusetzen. Politische Bildung muss dort stattfinden, wo gesellschaftliche Meinungsbildung tatsächlich geschieht.

    Leerstellen sehen wir vor allem dort, wo Politische Bildung noch zu stark ereignis-, schulfach- oder projektbezogen gedacht wird. Es fehlt an langfristigen Lern- und Erfahrungsräumen sowie Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten, in denen Menschen demokratische Kultur nicht nur „kennenlernen“, sondern im Alltag üben und anwenden: Perspektivwechsel, Ambiguitätstoleranz, Konfliktfähigkeit, Beteiligung, Verantwortungsübernahme und werteorientierte Urteilsbildung, die Verbindung von Politischer Bildung mit Wertebildung, sozial-emotionalem Lernen und Persönlichkeitsentwicklung.

    Davon ausgehend bleibt aus Sicht der DVPB des Weiteren festzustellen, dass
    – es unzureichende Angebote im ländlichen Raum und damit ungleiche Zugänge zu Politischer Bildung gibt,
    – es aktuell viel zu wenig partizipative Bildungs- und Interventionsformate gibt, die Bürgerinnen und Bürger aktiv einbeziehen,
    – viele Erwachsene und berufstätige Menschen unzureichend erreicht werden,
    – keine ausreichenden Häuser der Politischen Bildung (, wie Jugendbildungsstätten oder Europäische Akademien) existieren,
    – Defizite bei der Vermittlung der Geschichte von Migration und rassistischer Gewalt bestehen.

  3. Arbeitet ihr selbst bzw. eure Organisation bereits nach dem Kompetenzmodell RFCDC oder etwas Vergleichbaren? Wenn nein, welche Unterstützung braucht ihr, um dies künftig zu tun?

    Der Kompetenzrahmen (RFCDC) ist aus unserer Sicht sehr gut geeignet, um ein gemeinsames Verständnis Politischer Bildung der verschiedenen Akteure im Freistaat zu schaffen. Gleichzeitig ist er ein europaweit gültiges offizielles Dokument, auf welches man sich berufen kann. Wichtig wäre, den RFCDC nicht als zusätzliche Bürokratie und zusätzlichen Dokumentationsaufwand zu verstehen, sondern als gemeinsamen Qualitäts- und Verständigungsrahmen, als Orientierung sowie formales Raster für Planung, Dokumentation und Evaluation für eine zeitgemäße und wirksame Bildungsarbeit.

    Wichtig und sinnvoll wäre eine sächsische Unterstützungsstruktur, die den RFCDC allen Akteuren der politischen Bildung bekannt macht und ihn praxistauglich übersetzt:
    Fortbildungen für Träger und Schulen zur gezielten Anwendung des RFCDC in der Bildungsarbeit,
    – eine deutschsprachige Arbeitshilfe mit Beispielen für non-formale Bildung,
    – Entwicklung praxisnaher Methoden und Materialien für die Umsetzung,
    Zuordnungshilfen zwischen bestehenden Methoden und RFCDC-Kompetenzen,
    – Vorlagen für Lernziele/Wirkindikatoren,
    kollegiale Beratungs- und Transferformate sowie
    wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der Bildungsangebote.

Wer wir sind:

Wir, der Landesverband Sachsen der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung e. V., sind ein überparteilicher und unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, die in der Politischen Bildung in Schule, Hochschule sowie der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung arbeiten. Wir verstehen uns als Netzwerk und Ansprechpartnerin für alle. Uns eint der Wille, demokratische und Politische Bildung in Sachsen zu stärken und weiter zu entwickeln.
Wir wollen Politische Bildung in Sachsen sichtbarer machen und Menschen miteinander in Verbindung bringen. Dafür organisieren wir Austausch- und Kooperationsräume, Veranstaltungen und bringen fachliche Perspektiven in öffentliche Debatten ein.

Vorstand:
Nele Amelie Mai (1. Landesvorsitzende)
Rudaba Badakhshi (2. Landesvorsitzende)
Benjamin Winkler (3. Landesvorsitzender)
Pauline Seuß (4. Landesvorsitzende)
Ann-Christin Belling (Schatzmeisterin)
Peggy Eckert, Jörg Flachowsky, Ulrike Bertus, Igor Bastian, Stefan Breuer (Beisitzerinnen und Beisitzer)

Kontakt:
vorstand@sachsen.dvpb.de
Instagram
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Bildung, DVPB, Politische Bildung, Positionspapier, Stellungnahme

POSITION: Zur Neuausrichtung des Bundesprogramms “Demokratie leben!”

Mai 2026 Fachorganisationen der politischen Bildung nehmen Stellung zum geplanten Umbau Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat umfassende Veränderungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ angekündigt. Demnach sollen zum Jahresende 2026 zwei zentrale Programmbereiche – die Förderung bundeszentraler Infrastrukturen sowie die Innovationsprojekte – auslaufen. Der Bundesausschuss Politische …

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Mai 2026

Fachorganisationen der politischen Bildung nehmen Stellung zum geplanten Umbau

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) hat umfassende Veränderungen im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ angekündigt. Demnach sollen zum Jahresende 2026 zwei zentrale Programmbereiche – die Förderung bundeszentraler Infrastrukturen sowie die Innovationsprojekte – auslaufen. Der Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V., die Gemeinsame Initiative der Träger Politischer Jugendbildung (GEMINI) sowie die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) e.V. nehmen dazu im Folgenden Stellung.

Dabei ist klar: Viele der im Programm „Demokratie leben!“ geförderten Träger haben über Jahre hinweg substanzielle Expertise in zentralen Themenfeldern aufgebaut. Mit dem Auslaufen der Förderung droht auch ein erheblicher Verlust an Fachkräften, gewachsenen Netzwerken und tragfähigen Strukturen der politischen Bildung. Auch Mitglieder des bap und der GEMINI sind von diesen Kürzungen unmittelbar betroffen.

Besonders problematisch ist dies mit Blick auf strukturschwächere Regionen, insbesondere in Ostdeutschland, wo zivilgesellschaftliche Initiativen häufig eine tragende Rolle für die demokratische Bildungsarbeit spielen. Fällt die Förderung weg, entstehen in der Folge gerade dort Lücken, wo antidemokratischen Entwicklungen besonders entschieden entgegengewirkt werden müsste. Zugleich sind viele Engagierte, die sich für eine resiliente Bürgergesellschaft einsetzen, Anfeindungen, Bedrohungen und mitunter auch Gewalt ausgesetzt. Das Bundesprogramm muss daher auch künftig gezielt dazu beitragen, diese Akteurinnen und Akteure zu stärken – und insbesondere diejenigen unterstützen, die von Diskriminierung betroffen oder in besonderer Weise gefährdet sind.

Für eine wirksame Weiterentwicklung und Stärkung des Bundesprogramms sind vier zentrale Punkte entscheidend:

  1. Politische Bildung stärker machen
    Politische Bildung hat bereits einen zentralen Stellenwert im Bundesprogramm “Demokratie leben!”. Vorliegende Evaluationsergebnisse – etwa die wissenschaftliche Begleitung der Modellprojekte im Handlungsfeld Demokratieförderung im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in der Förderphase 2020 bis 2024 des Deutschen Jugendinstituts1 zeigen, der Großteil der geförderten Träger arbeitet auf der Grundlage von Qualitätsstandards politischer Bildung.
    Von der Einstellung der Innovationsprojekte sind zahlreiche Träger der politischen Bildung betroffen. Sie leisten mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag, um Demokratiedistanz vorzubeugen und demokratische Handlungskompetenzen zu stärken. Sie fördern die Fähigkeit zur Analyse gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Zusammenhänge, die politische Urteilsfähigkeit sowie die Partizipation – kurz: die Befähigung zu Mündigkeit und demokratischer Selbstbestimmung. Diese Kompetenzen sind zentral für eine demokratische Bürgergesellschaft, die auf Engagement, aktive Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt angewiesen ist.
    Politische Bildung hat dabei einen eigenständigen Bildungswert. Sie geht keinesfalls in Extremismusprävention auf und sie stellt für die Wirksamkeit des Bundesprogramms eine wichtige Ressource dar. Politische Bildung darf nicht funktional auf Prävention verkürzt werden, sondern muss als eigenständiger Zugang strukturell abgesichert und weiterentwickelt werden. Die Expertise der Profession der politischen Bildung muss dabei einen verbindlichen und sichtbaren Platz in der Neuausrichtung des Programms einnehmen.
  2. Evaluation abschließen und mit Fachexpertise weiterentwickeln
    Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung eine „unabhängige Überprüfung“ des Bundesprogramms „in Bezug auf Zielerreichung und Wirkung“2 angekündigt und zugleich die Bedeutung „gemeinnütziger Organisationen, engagierter Vereine und zivilgesellschaftlicher Akteure als zentrale Säulen unserer Gesellschaft“ hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass weitreichende Entscheidungen getroffen werden, bevor die vom BMBFSFJ beauftragten Evaluationen abgeschlossen und ausgewertet sind. Dies widerspricht dem eigenen Anspruch, Förderprogramme konsequent an Evaluation und Wirkung auszurichten.
    Viel wichtiger ist jedoch ein anderer Punkt: Im Rahmen von „Demokratie leben!“ wurden und werden mit erheblichem Aufwand Monitoring- und Evaluationsprozesse umgesetzt. Dabei bleiben die vielfältigen Kompetenzen und bereits vorhandene und bewährte Verfahren der Qualitätssicherung im Praxisfeld der politischen Bildung sowie in den begleitenden Fachwissenschaften bislang weitgehend unberücksichtigt. Wenn die Bundesregierung nun den Anspruch formuliert, die Förderung entlang veränderter Prioritäten neu auszurichten und Programme wirkungsvoller zu gestalten, muss sie diese Expertise systematisch einbeziehen. Eine tragfähige Neuausrichtung des Programms darf nicht nur auf neue Reichweiten setzen, sie muss vielmehr die bereits aufgebaute zivilgesellschaftliche Fachlichkeit als unverzichtbare demokratische Infrastruktur anerkennen, sichern und gezielt einbeziehen.
    Hinzu kommt: Strenge kausale Wirkungsnachweise im Feld der Demokratieförderung sind strukturell kaum realisierbar. Stattdessen plädiert die Evaluationsforschung für eine gegenstandsangemessene Wirkungsevaluation, die Wirkungen weiterhin prüft, dies aber mit Methoden, die der Komplexität, Offenheit und Kontextabhängigkeit der Praxis gerecht werden. Für „Demokratie leben!“ bedeutet das: Wirkungserwartungen müssen früh geklärt, Evaluation als expliziter und ausreichend ausgestatteter Auftrag verankert und durch vorgelagerte Praxisforschung fundiert werden. So können realistische, lernorientierte und für Praxis wie Politik gleichermaßen nutzbare Aussagen über Wirkungen entstehen.
    Wir halten es für dringend geboten, die angekündigte Überprüfung des Programms tatsächlich als offene, fachlich transparente und wissenschaftlich ernst genommene Prüfung zu führen. Die Fachverbände der politischen Bildung stehen hierfür als Partner zur Verfügung.
  3. Pluralismus und Subsidiarität als Grundprinzipien verankern
    Die aktuelle Debatte ist von erkennbaren Irritationen im Verhältnis zwischen Fördergeber und Trägern im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geprägt. Politische Forderungen nach sowie die Umsetzung einer verstärkten Prüfung der geförderten Träger auf ihre Verfassungstreue erwecken den Eindruck eines generellen Misstrauens gegenüber der demokratischen Zivilgesellschaft.
    Der Umbau des Programms wird politisch unter anderem mit dem Ziel begründet, die „Mitte der Gesellschaft“ besser zu erreichen. Dabei zeigen vorliegende Evaluationen deutlich, dass die geförderten Träger bereits heute in die Breite der Gesellschaft hineinwirken und zugleich spezialisierte Handlungsfelder wie Distanzierungsarbeit oder Beratung abdecken.
    Voraussetzung hierfür ist eine plural aufgestellte Trägerlandschaft innerhalb des demokratischen Spektrums, die unterschiedliche Zielgruppen und Milieus erreicht. Diese Pluralität gilt es zu sichern und weiter zu stärken. Für das Verhältnis zwischen Staat als Fördergeber und den zivilgesellschaftlichen Trägern sollte das Strukturprinzip der Subsidiarität stärker als bisher leitend sein. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Träger nach politischen Kriterien ausgewählt werden oder im staatlichen Auftrag handeln. Um dies zu gewährleisten, muss der vom BMBFSFJ formulierte Anspruch auf Transparenz bei Ausschreibung, Auswahl und Mittelvergabe konsequent umgesetzt werden.
    Nicht zuletzt erfolgt der Umbau vor dem Hintergrund langjähriger Kampagnen gegen das Programm. Politik und zivilgesellschaftliche Akteure sind daher gemeinsam gefordert, Versuchen entgegenzutreten, politische Bildung, Extremismusprävention und Demokratieförderung zu delegitimieren.
  4. „Regelstrukturen“ mit fachlicher Expertise unterstützen
    Ein angekündigter Schwerpunkt der Neuausrichtung des Programms soll auf der Schule sowie auf sogenannten „Regelstrukturen“ liegen. Hier bedarf es einer Klärung, wie der Bund diese Intervention konkret ausgestalten will – zumal er im föderalen System für die öffentliche Förderung kommunaler und landesbezogener Regelstrukturen nur eingeschränkt zuständig ist. Eine stärkere Einbindung von Vereinen, Verbänden und Schulen ist zwar nicht grundsätzlich abzulehnen. Wer jedoch „leistungsstarke Strukturen“ vor allem über Reichweite definiert, riskiert, die über Jahre aufgebaute fachliche Tiefe zivilgesellschaftlicher Demokratieförderung zugunsten einer Logik institutioneller Anschlussfähigkeit zu entwerten. Schulen können nur profitieren, wenn die Strukturen der außerschulischen Partner erhalten und gestärkt werden.
    Zugleich sollte ausdrücklich anerkannt werden, dass wirksame Arbeit in Regelstrukturen bereits heute in vielfältiger Weise im Programm „Demokratie leben!“ stattfindet. Einrichtungen wie Kitas, Vereine, Feuerwehren, die berufliche Bildung oder Hochschulen sind in der Regel auf die Expertise und Ressourcen außerschulischer politischer Bildung angewiesen, um qualitätsvolle Angebote der Demokratiebildung entwickeln und umsetzen zu können. Werden Träger, die mit diesen Einrichtungen kooperieren, gekürzt oder Projekte eingestellt, schwächt dies auch die Regelstrukturen selbst.
    Die Träger der politischen Jugendbildung arbeiten im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) seit Jahrzehnten eng mit Schulen zusammen. Ohne ihre systematische Einbindung drohen Qualitätsverluste und Doppelstrukturen – insbesondere im schulischen Bereich. Gleichzeitig müssen die sogenannten Regelstrukturen verlässlich gestärkt werden, etwa durch eine bessere Ausstattung bestehender Förderinstrumente wie des KJP.

Leitlinien für die Neuausrichtung des Programms

Wir sind überzeugt, dass diese vier zentralen Punkte berücksichtigt werden müssen, damit die Neuausrichtung von “Demokratie leben!” zu einer Stärkung und Weiterentwicklung der bestehenden demokratischen Infrastruktur beiträgt:

  • Politische Bildung stärker machen
  • Evaluation abschließen und mit Fachexpertise weiterentwickeln
  • Pluralismus und Subsidiarität als Grundprinzipien verankern
  • Regelstrukturen mit fachlicher Expertise unterstützen

Für die Ausgestaltung der neuen Förderrichtlinien bedeutet das konkret:

  • Förderrichtlinien partizipativ entwickeln: Die Förderrichtlinien sind in einem transparenten, partizipativen Verfahren unter Einbeziehung der pluralen Trägerlandschaft und der Fachorganisationen der politischen Bildung zu entwickeln.
  • Außerschulische politische Bildung systematisch einbinden: Wenn verstärkt über Regelstrukturen gearbeitet werden soll, ist die außerschulische politische Bildung von Beginn an verbindlich in die Programmausgestaltung einzubeziehen.
  • Strukturschwache Regionen und marginalisierte Gruppen gezielt stärken: Das Programm „Demokratie leben!“ muss Engagierte und Organisationen in strukturschwächeren Regionen gezielt unterstützen. Die Stärkung von Selbstorganisationen marginalisierter und diskriminierungserfahrener Gruppen ist dabei verbindlich im Programm zu verankern.
  • Pluralität, Subsidiarität und Transparenz bei der Mittelvergabe müssen leitend sein: Ausschreibungen, Auswahl und Mittelvergabe müssen konsequent transparent und entlang fachlicher Qualität erfolgen.
  • Doppelstrukturen vermeiden: Abgrenzungs- und Zuordnungsfragen gegenüber anderen Förderinstrumenten sollten systematisch betrachtet werden.
  • Planungssicherheit für nachhaltige Bildungsarbeit gewährleisten: Nachhaltige Bildung erfordert verlässliche Rahmenbedingungen. Träger müssen ihre Projekte langfristig planen können; mehrjährige Perspektiven sind daher auch bei einjährigen Förderbescheiden sicherzustellen, damit aufgebaute Strukturen, Wirkungen und Wissen erhalten bleiben.

Über uns

Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V.

Der Bundesausschuss Politische Bildung (bap) e.V. ist ein Zusammenschluss von 31 bundesweit tätigen Verbänden und Einrichtungen und repräsentiert die Vielfalt der politischen Bildungslandschaft in Deutschland. Diese Pluralität zeigt sich in der breiten Aufstellung seiner Mitglieder: Politische Bildung wird in Jugendverbänden, Bildungsstätten, Gewerkschaften, Kirchen, Volkshochschulen und Stadtteilinitiativen ebenso umgesetzt wie in parteilichen und verbandlichen Strukturen, Stiftungen, Betrieben und Projekten. Sie findet in Seminaren, im Rahmen beruflich-betrieblicher Weiterbildung, bei der Interessenvertretung und zunehmend in Zusammenarbeit mit der schulischen Bildung statt.

Gemeinsame Initiative der Träger politischer Jugendbildung (GEMINI)

Die „Gemeinsame Initiative der Träger Politischer Jugendbildung“ (GEMINI) vereint die bundesweit aktiven Träger der politischen Jugendbildung unter einem Dach und bildet eine Arbeitsgruppe im bap e.V. Gemeinsam repräsentieren sie rund 1.750 Einrichtungen, darunter Bildungsstätten, Akademien, Vereine und Volkshochschulen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Zudem kooperieren sie mit Partnern vor Ort, um aufsuchende Bildungsarbeit zu fördern und umzusetzen. Als starkes Netzwerk bietet die GEMINI eine zentrale Plattform für den fachlichen Austausch, die Qualitätssicherung, die Entwicklung innovativer Konzepte und die effektive Interessenvertretung im Bereich der politischen Jugendbildung.

Deutsche Vereinigung für Politische Bildung e.V.

Die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung e.V. ist ein überparteilicher und unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, die in der politischen Bildung in Schule, Hochschule sowie der außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung arbeiten. Wir begreifen uns als Partnerin, Beraterin und kritische Beobachterin öffentlicher Institutionen, die für politische Bildung verantwortlich sind. Uns eint das Interesse an einer vitalen Demokratie. Im Interesse mündiger Bürgerinnen und Bürger fördern wir gesellschaftliches Engagement. Zudem organisieren wir den Fachdiskurs der politischen Bildung. In Fragen der Bildungspolitik stehen wir in engem Austausch mit Parlamenten und zuständigen Ministerien von Bund und Ländern. Wir setzen uns für die Belange der Politiklehrer:innen sowie außerschulischen Bildner:innen ein.

Aktuelles, Positionen

BAP, DVPB, Politische Bildung, Stellungnahme

DVPB Bundesvorsitzender hält Antrittsvorlesung

Herzliche Glückwünsche an unseren Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Alexander Wohnig zur Professur für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Siegen. Zum festlichen Ereignis der Antrittsvorlesung unseres Bundesvorsitzenden an der Universität Siegen zum Thema „Ambivalenzen politischer Bildung“ waren wir vom Bundesvorstand der DVPB am 16. April 2026 erfreulicherweise eingeladen. Der Vertreter …

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Herzliche Glückwünsche an unseren Bundesvorsitzenden Prof. Dr. Alexander Wohnig zur Professur für die Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Siegen. Zum festlichen Ereignis der Antrittsvorlesung unseres Bundesvorsitzenden an der Universität Siegen zum Thema „Ambivalenzen politischer Bildung“ waren wir vom Bundesvorstand der DVPB am 16. April 2026 erfreulicherweise eingeladen.

Ilka Hameister, Prof. Dr. Alexander Wohnig, Benedikt Widmaier und Christel Schrieverhoff (v.l.n.r)

Der Vertreter des Dekanats, Herr Prof. Dr. Christian Lahusen begrüßte die zahlreichen Gäste aus den verschiedenen Tätigkeits- und Lebensbereichen von Alexander Wohnig im mehr als vollbesetzten Saal des Uni-Campus Siegen und hob seine große Freude über den Eintritt von Alexander Wohnig in die Philosophische Fakultät sowie über das gewählte Format der Antrittsvorlesung in mehrfacher Hinsicht als sehr gewinnbringend für den UNI-Standort Siegen hervor. Schon seit 2012 war er in unterschiedlichen Funktionen am Seminar für Sozialwissenschaften zuletzt als Juniorprofessor aktiv und hat in besonderer Weise die Arbeit an der Fakultät fachlich und durch seine dialogische auf Teamarbeit ausgerichtete engagierte Vorgehensweise in der Gremien- und Forschungsarbeit sowie im Umgang mit den Studierenden menschlich sehr bereichert. Ebenso hob er die die Netzwerk- und Brückenbauerqualitäten hervor, die dazu geeignet sind das „Standing“ der Fakultät und die Didaktik der Sozialwissenschaften innerhalb der Universität Siegen und darüber hinaus qualitätsvoll auch durch die kreative Gewinnung von Drittmitteln, Forschungspartnerschaften, Verbändekooperationen etc. weiterzuentwickeln und so zur Demokratiestärkung durch politische Bildung beizutragen.

Mit dem gewählten Format der Antrittsvorlesung bot uns Alexander Wohnig folgenden inspirierenden Einblick in seine wissenschaftliche Forschungsarbeit:

Politische Bildung als Arbeit mit und für Ambivalenzen

In seiner Antrittsvorlesung mit dem Titel „Ambivalenzen politischer Bildung“ entfaltete Alexander Wohnig eine pointierte Zeitdiagnose eines Feldes, das gegenwärtig stark beansprucht, politisch aufgeladen und in seinem diskursiven Gebrauch zugleich begrifflich entleert erscheint. Statt in den Vordergrund zu stellen, was politische Bildung leisten soll, führte er dabei die Zuhörenden durch zentrale Diskursfelder, die exemplarisch sichtbar machen, was politische Bildung verdeckt, wenn sie zu rasch behauptet, bereits zu wissen, was sie ist.

Politische Bildung, so Wohnigs Diagnose, werde derzeit häufig in Form großer Eindeutigkeiten angerufen: Sie wirke, sie sei inklusiv, sie stärke Resilienz, sie beuge Extremismus vor. Dieser Duktus von Klarheiten sei zu problematisieren. Denn sie verschiebt die Aufmerksamkeit weg von jenen Konflikten, Spannungen und gesellschaftlichen Widersprüchen, aus denen politische Bildung ihre eigentliche Bedeutung gewinnt. Wo politische Bildung zu rasch als Lösung erscheint, droht sie den politischen Charakter der Probleme zu verlieren, auf die sie antworten soll.

Zentral ist Wohnigs Diagnose einer doppelten Bewegung: Die Funktion politischer Bildung wird politisiert (etwa als Extremismusprävention oder Demokratiesicherung), während ihre Inhalte zugleich entpolitisiert werden. Politische Bildung soll wirksam, förderlogisch nachweisbar und institutionell anschlussfähig sein; als Ort kontroverser Analyse gesellschaftlicher Macht-, Ungleichheits- und Herrschaftsverhältnisse tritt sie jedoch zurück. An Beispielen wie sozialer Erfahrung, Partizipation, Subjektorientierung, Inklusion, Nachhaltigkeitsbildung und digitalen Medien zeigt Wohnig, wie tief diese Ambivalenzen in zentrale Selbstverständlichkeiten des Feldes eingeschrieben sind. Daraus ergibt sich die Frage, ob politische Bildung gegenwärtig in etwas transformiert wird, das ihren Namen noch trägt, ihren kritischen Kern aber verliert.

Prof. Dr. Alexander Wohnig, Bundesvorsitzender der DVPB

Der Vortrag endete jedoch nicht kulturpessimistisch. Wohnigs Perspektive ist keine Absage an politische Bildung, sondern der Versuch, ihren Begriff aus ihren Ambivalenzen heraus neu zu schärfen. Politische Bildung erscheint dann als Arbeit an Widersprüchen: als Kritik der politischen Bildung selbst, als Kritik bestehender Verhältnisse und als Sozialkritik. Bildung beginnt dort, wo Eindeutigkeiten brüchig werden, wo Erfahrungen nicht einfach bestätigt, sondern befragt werden, wo Lernende Gründe haben, gesellschaftliche Handlungsprobleme zu ihren eigenen Lernproblemen zu machen.

Für die DVPB ist diese Perspektive von Bedeutung: Als Fachverband politischer Bildung steht sie schließlich nicht nur für die Interessenvertretung eines Unterrichtsfaches oder eines professionellen Feldes. Sie ist auch ein Ort, an dem die Grundfragen politischer Bildung öffentlich, kontrovers und fachlich verantwortet verhandelt werden und sie setzt sich zugleich dafür ein, dass diese Verhandlung auch im gesellschaftlichen und politischen Raum möglich bleibt. Denn demokratische politische Bildung darf Demokratie nicht nur bestätigen; sie muss auch fragen, wo demokratische Versprechen uneingelöst bleiben.

Für deine berufliche Zukunft wünschen wir dir gutes Gelingen auf dem Weg zur Stärkung der Demokratie durch politische Bildung und eine weiterhin spannende Lebensreise im Kreise deiner Weggefährt/innen. Ein besonderer Dank gilt auch dem Uni-Team von Alexander für die Willkommenskultur.

Ilka Hameister und Christel Schrieverhoff für den Bundesvorstand

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